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Aserbaidschan verurteilt den religiösen Aktivisten Elshan Guliyev zu vier Jahren Haft

  • vor 1 Tag
  • 1 Min. Lesezeit
Hält sich an professionelle Berichterstattungsstandards und macht gleichzeitig auf Interessenvertretungsbelange aufmerksam.
Elshan Guliyev

Ein aserbaidschanisches Gericht hat den gläubigen Aktivisten Elshan Guliyev zu vier Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem er die von ihm behaupteten Drogenbeschuldigungen herabgestuft hatte. Das Gericht für Schwerverbrechen in Baku verkündete das Urteil am Dienstag im Anschluss an einen Prozess, der nach Ansicht lokaler Befürworter Teil eines umfassenderen Vorgehens gegen religiöse Gruppen ist. Guliyev wurde ursprünglich wegen des illegalen Erwerbs, der Lagerung und des Transports einer großen Menge Betäubungsmittel mit Verkaufsabsicht angeklagt. Allerdings ordnete das Gericht den Vorwurf nur dem Drogenbesitz zu und entfernte das Element „Verkaufsabsicht“ aus der endgültigen Verurteilung. Bevor das Urteil verkündet wurde, wandte sich Guliyev an den Gerichtssaal, wies alle Vorwürfe zurück und beschrieb den Fall gegen ihn als eine politisch motivierte Angelegenheit. „Wir haben nur eine Sünde“, sagte Guliyev in seiner letzten Rede. „Wir sagen ‚Nein‘ zu Unterdrückern.“


Seine Ansprache wurde von Gerichtsbeamten unterbrochen und er wurde gewaltsam aus dem Gerichtssaal entfernt, bevor die Richter das endgültige Urteil verlesen konnten, sagte der Journalist Arzu Abdulla gegenüber dem unabhängigen aserbaidschanischen Sender Toplum TV. Guliyev sitzt seit August letzten Jahres in Haft, als er von Polizisten im Sadarak-Einkaufszentrum in Baku, wo er arbeitete, festgenommen wurde. Menschenrechtsbeobachter haben wachsende Besorgnis über die Behandlung religiöser Aktivisten im kaspischen Land zum Ausdruck gebracht. Laut einem im Mai von der Union für die Freiheit politischer Gefangener Aserbaidschans veröffentlichten Bericht gibt es derzeit 328 politische Gefangene im Land, von denen 182 als religiöse Aktivisten eingestuft werden. Die Regierung in Baku hat Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen konsequent zurückgewiesen. Die aserbaidschanischen Behörden behaupten, dass die Justiz des Landes völlig unabhängig sei und dass niemand wegen seiner politischen Überzeugungen oder religiösen Aktivitäten inhaftiert oder zur Zielscheibe werde.


 
 
 

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